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Tag der Archive am 07. März 2026
icon.crdate19.02.2026
Motto Alte Heimat - Neue Heimat
Tag der deutschen Archive 2026: „Alte Heimat – Neue Heimat“
Am 07.-08. März 2026 veranstaltete der Verband der deutschen Archivarinnen und Archivare den Tag der deutschen Archive. Unter dem Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ öffneten zahlreiche deutsche Archive ihre sonst verschlossenen Magazine.
Auch das Stadtarchiv Emmendingen beteiligte sich mit einer besonderen Ausstellung im Foyer des Rathauses. Die Ausstellung widmet sich der italienischen Migrationsgeschichte der Großen Kreisstadt Emmendingen, einer Geschichte, die das Stadtbild seit Anfang des 19. Jahrhundert prägt.
Die ersten italienischen Arbeiter kamen aus Norditalien und waren am Bau der Rheintalbahn beteiligt. Auch das ehemalige Textilunternehmen Ramie zog viele italienische Industriearbeitskräfte an. Zeitweise waren dort bis zu 3.000 Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt. Einige von ihnen blieben dauerhaft in Emmendingen, wie Adressbücher belegen. In der Zeit des Nationalsozialismus arbeiteten gefangene italienische Soldaten als Zwangsarbeiter in der Stadt.
Ab 1955 begann die zweite Einwanderungswelle nach Emmendingen. Diese Generation, oft als Gastarbeiter bezeichnet, wurde gezielt aus Italien angeworben. Sie fanden Arbeit in der Industrie, im Handwerk und in Geschäften. Viele blieben dauerhaft in der Stadt, gründeten Familien und prägten die lokale Kultur nachhaltig. Noch heute zeigt sich ihr Einfluss in Emmendingen in den zahlreichen Cafés, Eisdielen und Restaurants, die italienisches Flair vermitteln.
Die Ausstellung wurde am Samstag, dem 7. März 2026, eröffnet. Von 10 bis 15 Uhr konnten Besucher historische Originalquellen in den Vitrinen ansehen und sich die Geschichte dahinter erklären lassen. Ab 11 Uhr lud das Stadtarchiv die italienische Community zu einem Erzählcafé ein, bei dem persönliche Geschichten, Familienerinnerungen und gemeinsame Erlebnisse geteilt wurden.







